Biotop-Baustein
Baum
<p>Mindestens ein ökologisch wertvoller, heimischer Laub- oder Obstbaum sollte in jedem Garten bzw. auf jedem Grundstück stehen. Nur wenn wirklich genug Platz ist, können es auch mehrere sein, denn ein Baum benötigt Platz, um sich zu entfalten.</p>
Anleitung zum Selbstanlegen
1. 1. Baumerhalt
Bevor eine Neupflanzung von Bäumen in Betracht kommt, sollte der Erhalt bereits vorhandener Bäume berücksichtigt werden. Besonders alte Bäume kühlen durch Verdunstung die Umgebung merklich ab. Erst ab einem bestimmten Alter können Baumhöhlen entstehen, diese sind ein wilkommener und selten gewordener Brutplatz für viele Vogel- und Insektenarten wie Kleiber, Hornisse und Baumhummel. Fledermäuse nutzen auch Spalten unter der Rinde als Quartier.
2. 2. Bäume brauchen Platz
Bäume sollten am geplanten Standort ungehindert bis zur natürlichen Größe aufwachsen dürfen, denn damit werden baumschädigende Schnittmaßnahmen verhindert. Die Endgröße sollte also bei der Pflanzenauswahl berücksichtigt werden, die Krone eines Obstbaumes kann zum Beispiel acht Quadratmeter einnehmen. Wird ein Obstbaum zu nah an Gebäuden gepflanzt, werden Schnittmaßnahmen nötig. Ist die Fläche zu klein für einen Baum, können auch Solitärsträucher gepflanzt werden. Bei Wildstraucharten wie Weißdorn, Holunder und Kornelkirsche können die unteren Äste entfernt werden, so werden sie zu einem kleinerbleibenden Baum.
3. 3. Pflege
Das anfallende Laub sollte möglichst vor Ort verbleiben. Unter Hecken und Sträuchern oder an Randbreichen kann ein Laubhaufen als Unterschlupf für Igel und Kröte angelegt werden. Auch tote Äste im Baum sollten nur bei unfallgefährdender Bruchgefahr entfernt werden. Denn natürlich vorhandenes Totholz in Bäumen bietet Nahrung und Brutplatz für Vögel. Totholz an Bäumen sind außerdem die besten "Insektenhotels". Ist dies zum Beispiel aus Verkehrssicherunggründen an Wegen nicht möglich, sollte das anfallende Totholz möglichst vor Ort verbleiben. Aufgeschichtet als Totholzhaufen oder Benjeshecke werden neue Lebensräume geschaffen.
4. 4. Verzahnung
Ein einzelner Baum für sich isoliert bietet noch keinen Lebensraum. Deshalb können weitere Biotop-Bausteine im Umfeld ergänzt werden. Blumenzwiebeln unter dem Baum blühen so früh, dass sie nicht von den Blättern des Baumes verschattet werden. Totholzhaufen und Benjeshecken sorgen für einen geschützten Unterschlupf und ein blütenreicher Saum um den Totholzhaufen bietet Nahrung für Insekten. Sehr große flächen können auch als Streuobstwiese angelegt werden.
5. 5. Streuobstwiese
Traditionell wurden Streuobstweisen zum Obstanbau angelegt, meist mit hochstämmigen Obstbäumen in unterschiedlichen Sorten und Altersklassen. Laut Schätzungen bieten Streuobstwiesen bis zu 3000 verschiedenen Tierarten einen Lebensraum. Umso mehr unterschiedliche Obstsorten mit unterschiedlichem Alter gepflanzt werden, umso höher ist die Artenvielfalt. Alte Streuobstwiesen sind besonders wertvoll und in Sachsen geschützt.
Diese Biotop-Bausteine passen besonders gut dazu
Geeignete Pflanzen
Vogel-Kirsche
Prunus avium
Purpurweide
Salix purpurea
Sauerkirsche
Prunus cerasus
Holzapfel
Malus sylvestris
Pfirsich
Prunus persica
Gemeine Esche
Fraxinus excelsior
Gewöhnliche Traubenkirsche
Prunus padus
Ohr-Weide
Salix aurita
Aprikose
Prunus armeniaca
Hänge-Birke
Betula pendula
Schwarz-Pappel
Populus nigra
Eberesche
Sorbus aucuparia
Schwarzer Holunder
Sambucus nigra
Sal-Weide
Salix caprea
Lorbeerweide
Salix pentandra
Weide
Salix spec.
Eingriffeliger Weißdorn
Crataegus monogyna
Flatterulme
Ulmus laevis
Spitz-Ahorn
Acer platanoides
Kultur-Birne
Pyrus communis
Feld-Ahorn
Acer campestre
Gemeine Steinweichsel
Prunus mahaleb
Kirschpflaume
Prunus cerasifera
Stiel-Eiche
Quercus robur
Kornelkirsche
Cornus mas
Kultur-Apfel
Malus domestica
Berg-Ahorn
Acer pseudoplatanus
Zweigriffeliger Weißdorn
Crataegus laevigata
Pflaume
Prunus domestica
Gewöhnliche Silber-Weide
Salix alba
Eiche
Quercus spec.