Biotop-Baustein
Wildblumenwiese
<p>Artenreiche Blumenwiesen sind Lebensraum für unzählige Tierarten. Für eine Blumenwiese genügt es meist, die Wiese weniger zu mähen, damit die vorhandenen Kräuter zur Blüte gelangen und damit einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt zu leisten. Für weniger Geduldige oder bei artenarmen Rasenflächen kann eine Neueinsaat mit regionalem Saatgut ein kleines Ökosystem bereitstellen.</p>
Anleitung zum Selbstanlegen
1. 1. Suche einen Platz
Eine richtige Wildblumenwiese sollte mindestens 16 Quadratmeter groß sein. Bei weniger Platz lege lieber einen blütenreichen Saum an. Bei schattigen Standorten gelingt die Anlage einer artenreichen Wildblumenwiese nicht, denn umso sonniger die Fläche ist, desto mehr Blütenpflanzen können sich entwickeln. An feuchten Standorten kann eine Feuchtwiese angelegt werden, an trockenwarmen Standorten kann auch eine Magerrasenmischung ausgebracht werden. Denke ebenfalls daran, dass eine Blumenwiese möglichst nicht betreten werden sollte, denn nur so können die Wiesenblumen ungestört aufwachsen und auch einfach gemäht werden. Sinnvoll es ist ebenfalls, einen konfliktfreien Bereich zu wählen. Sind z.B. häufig Kinder oder Haustiere zum Spielen im Garten oder dient die Fläche als Abkürzung über das Firmengelände, bietet sich eher ein besonnter Randbereich oder die Aussaat als Saum entlang einer besonnten Hecke an.
2. 2. Bodenvorbereitung
Für die erfolgreiche Ansaat einer artenreichen Wildblumenwiese ist offener Boden wichtig. Es ist zwecklos Blumensamen in dichte, bestehende Rasenflächen einzusäen. Der Boden muss vor der Neueinsaat vom vorhandenen Bewuchs befreit werden.
Kleine Flächen:
Bei kleinen Flächen ist das Abtragen der obersten Bodenschicht, meist der Grasnarbe von 5- 10 cm Tiefe zu empfehlen. Dadurch wird der Unterboden freigelegt, dieser ist meist samenfrei, so dass die Wildblumensamen ungestört keimen und aufwachsen können. Ideal ist ein nährstoffarmer und gut wasserdurchlässiger Boden. Deshalb kann es bei sehr nährstoffreichen Böden hilfreich sein, etwas Sand oder feinen Kies zum Abmagern einzuarbeiten. Der Boden ist fertig vorbereitet zur Einsaat, wenn das Saatbett durch Harken feinkrümelig und frei von Wurzelstücken und Wildkräutern ist.
Große Flächen:
Bei großen Flächen sollte die unerwünschte Vegetation nach dem Schnitt durch Fräsen entfernt werden. Danach sollte die Fläche 3 Wochen brachliegen, so können die Samen im Boden keimen. Der erneute Aufwuchs von Samen- und Wurzelkräutern sollte dann nochmals durch Fräsen oder Grubbern entfernt werden. Bei sehr lehmigen Böden kann auch Sand zum Abmagern der Fläche eingefräst werden, denn die zarten Wiesenblumen lieben nährstoffarme Böden, auf denen starkwüchsige Pflanzenarten keine Konkurrenz sind. Ein dritter Fräs- oder Grubberdurchgang mit ggf. erneutem Einarbeiten von Sand nach etwa 3 Wochen sorgt dafür, dass wirklich keine unerwünschten Samen- und Wurzelkräuter mehr im Boden vorhanden sind. Der Boden ist fertig vorbereitet zur Einsaat, wenn das Saatbett feinkrümelig und frei von Wurzelstücken und Wildkräutern ist.
3. 3. Aussaat
Der Herbst ist die beste Zeit für die Aussaat, denn unsere heimischen Wiesenblumen verlieren ihre Samen meist im Spätsommer und Herbst und viele heimischen Wiesenblumen benötigen kalte Temperaturen und Feuchtigkeit, um zu keimen. Verwende stets Regiosaatgut, denn viele Tiere sind auf die Pflanzen der Region und deren Blütezeit spezialisiert. Günstig ist die Aussaat vor ergiebigen Regenfällen, das spart das Angießen. Das Saatgut wird mit der Hand ausgestreut, als Streuhilfe eignet sich Sand zum Beimischen, das Ausstreuen sollte möglichst kreuzweise ausgeführt werden. Ein anschließendes Andrücken der Samen beugt dem Wegfliegen sowie dem Verschwemmen durch Regen oder Gießen vor. Wir empfehlen 2g Saatgut/ Quadratmeter, dadurch ist mit 200–400 Pflanzen/ Quadratmeter zu rechnen. Zu dichte Pflanzenbestände können sich nicht optimal entwickeln und werden dadurch anfälliger gegen Trockenheit, deshalb sollte nicht zu viel Saatgut verwendet werden.
4. 4. Wiesenpflege
Sehr nährstoffreiche Wiesen sollten 3- mal im Jahr, sehr nährstoffarme Wiesen einmal im Jahr gemäht werden. Da sich jede Wiese anders entwickelt, können keine konkreten Zeitpunkte für die Mahd angegeben werden. Die erste Mahd findet meist mit dem Verblühen der Margeriten statt. Sobald der Boden von oben betrachtet im ersten Jahr nicht mehr zu sehen ist, sollte die Wiese gemäht werden.
Das anfallende Mahdgut muss beräumt werden. Sobald die Wiese höher als kniehoch ist, kann wieder gemäht werden. Im Herbst sollte das letzte mal gemäht werden, um Nährstoffeinträge über den Winter zu minimieren. Ideal ist es, das Mahdgut einige Tage auf der Fläche liegen zu lassen, so können noch Samen ausfallen und Insekten in die noch ungemähten Wiesenbereiche umsiedeln.
Für eine biodiversitätsfördernde Pflege sollte die Fläche möglichst nicht mit einem Schlag gemäht werden. Es sollten stets etwa 10 - 30% der Fläche mit ihrer Vegetation und den daran lebenden Insekten ungemäht bleiben. So kann bei jedem Mahdzeitpunkt ein Teil der Insektenpopulationen überleben, sich weiterentwickeln und später von hier aus die gemähten Bereiche wieder besiedeln. Auch über den Winter sollte Vegetation erhalten werden, weil daran Raupen, Puppen und Imago die kalte Jahreszeit überdauern. Diese Bereiche können während der ersten warmen Tage ab März gemäht werden.
Die Verwendung von schneidenden Werkzeugen ist gegenüber rotierenden Mähwerkzeugen wie Rasenmähern zu bevorzugen. Rotationswerkzeuge, welche die Vegetation mehrfach schneiden, schlagen und zerkleinern, führen zu erheblichen Ausfällen bei Insekten. Die Schnitthöhe sollte möglichst bei 8–10 cm liegen, so werden am Boden lebende Tiere sowie die Rosetten von Pflanzen geschont.
Geeignete Pflanzen
Wiesenbocksbart
Tragopogon pratensis
Weißer Steinklee
Melilotus albus
Wiesen-Flockenblume
Centaurea jacea
Acker- Glockenblume
Campanula rapunculoides
Schwarznessel
Ballota nigra
Großes Löwenmaul
Antirrhinum majus
Gewöhnliche Wegwarte
Cichorium intybus
Feld-Steinquendel
Acinos arvensis
Knäuel-Glockenblume
Campanula glomerata
Weiße Schwalbenwurz
Vincetoxicum hirundinaria
Hainsalbei
Salvia nemorosa
Aufrechter Ziest
Stachys recta
Pastinak
Pastinaca sativa
Saat- Esparsette
Onobrychis viciifolia
Zottige Wicke
Vicia villosa
Muskateller-Salbei
Salvia sclarea
Wiesen-Kerbel
Anthriscus sylvestris
Wiesen-Schaumkraut
Cardamine pratensis
Färberwaid
Isatis tinctoria
Gewöhnlicher Hornklee
Lotus corniculatus
Färberkamille
Anthemis tinctoria
Rundblättrige Glockenblume
Campanula rotundifolia
Wollköpfige Kratzdistel
Cirsium eriophorum
Steifhaariger Löwenzahn
Leontodon hispidus
Golddistel
Carlina vulgaris
Wolliger Hahnenfuß
Ranunculus lanuginosus
Rainfarn
Tanacetum vulgare
Großer Knorpellattich
Chondrilla juncea
Wegdistel
Carduus acanthoides
Wiesen-Salbei
Salvia pratensis
Wilde Malve
Malva sylvestris
Echtes Labkraut
Galium verum
Gewöhnlicher Dost
Origanum vulgare
Sichelmöhre
Falcaria vulgaris
Breitblättriger Hohlzahn
Galeopsis ladanum
Kohldistel
Cirsium oleraceum
Hasenklee
Trifolium arvense
Echte Betonie
Betonica officinalis
Mehlige Königskerze
Verbascum lychnitis
Schwarze Flockenblume
Centaurea nigra
Kriechender Hahnenfuß
Ranunculus repens
Rübsen
Brassica rapa
Krause Distel
Carduus crispus
Wiesen-Pippau
Crepis biennis
Zypressen-Wolfsmilch
Euphorbia cyparissias
Echter Ehrenpreis
Veronica officinalis
Kugelköpfiger Lauch
Allium sphaerocephalon
Fieder- Zwenke
Brachypodium pinnatum
Berg-Lauch
Allium montanum
Raue Gänsedistel
Sonchus asper
Dolden- Milchstern
Ornithogalum umbellatum
Wiesen-Platterbse
Lathyrus pratensis
Runder Lauch
Allium rotundum
Echtes Leinkraut
Linaria vulgaris
Gewöhnliche Schafgarbe
Achillea millefolium
Schmalblättriger Hohlzahn
Galeopsis angustifolia
Kleinköpfiger Pippau
Crepis capillaris
Scharfer Hahnenfuß
Ranunculus acris
Gewöhnliches Barbarakraut
Barbarea vulgaris
Gemeine Luzerne
Medicago sativa
Färber-Resede
Reseda luteola
Blutroter Storchschnabel
Geranium sanguineum
Vogelwicke
Vicia cracca
Acker- Hundskamille
Anthemis arvensis
Bunte Kronwicke
Securigera varia
Feld-Mannstreu
Eryngium campestre
Rapunzelglockenblume
Campanula rapunculus
Wiesen-Witwenblume
Knautia arvensis
Echtes Johanniskraut
Hypericum perforatum
Spitzwegerich
Plantago lanceolata
Echter Steinklee
Melilotus officinalis
Herbstlöwenzahn
Leontodon autumnalis
Magerwiesen-Margerite
Leucanthemum vulgare
Kartäuser-Nelke
Dianthus carthusianorum
Wiesen- Glockenblume
Campanula patula
Heckenkälberkropf
Chaerophyllum temulum
Acker- Senf
Sinapis arvensis
Gewöhnliches Ferkelkraut
Hypochoeris radicata
Gewöhnliches Bitterkraut
Picris hieracioides
Gewöhnlicher Wundklee
Anthyllis vulneraria
Rotes Straußgras
Agrostis capillaris
Rispen-Flockenblume
Centaurea stoebe
Acker-Ochsenzunge
Anchusa arvensis
Kuckucks-Lichtnelke
Silene flos-cuculi
Gelbe Resede
Reseda lutea
Berg-Flockenblume
Centaurea montana
Zaun-Wicke
Vicia sepium
Roter Zahntrost
Odontites vulgaris
Sand-Esparsette
Onobrychis arenaria
Raps
Brassica napus
Großer Ehrenpreis
Veronica teucrium
Wilde Möhre
Daucus carota
Kriechender Günsel
Ajuga reptans
Gundermann
Glechoma hederacea
Rispige Graslilie
Anthericum ramosum
Kleine Braunelle
Prunella vulgaris
Graukresse
Berteroa incana
Skabiosen-Flockenblume
Centaurea scabiosa
Pfirsichblättrige Glockenblume
Campanula persicifolia
Knolliger Hahnenfuß
Ranunculus bulbosus