Biotop-Baustein
Trockenmauer
<p>Trockenmauern sind nicht nur hübsch, sie bereichern auch aus ökologischer Sicht jeden Garten oder Hinterhof. Die unverfugten Mauerritzen zwischen den einzelnen Steinen sind Lebensraum für Wildbienen, Eidechsen und Hummelvölker. Der Bau einer Trockenmauer ist leichter als gedacht, wenn einige Grundsätze beachtet werden.</p>
Anleitung zum Selbstanlegen
1. Suche dir einen Platz
Trockenmauern können Hochbeete einrahmen, steile Hänge abfangen oder als nützliches und hübsches Gestaltungselement im Garten dienen. Trockenmauern werden gerne von verschiedenen Wildbienenarten, Kleinsäugern, Reptilien und Amphibien als Lebensraum genutzt, je nach Standort kannst du unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten fördern. An sonnigen Standorten speichern die Steine der Mauer die Wärme, dort fühlen sich Eidechsen und Wildbienen wohl, an schattigen Standorten finden sich Kröten und Hummeln ein. Umso mehr Platz du für deine Trockenmauer einplanst, umso mehr Lebensräume kannst du damit bereitstellen.
2. Untergrund vorbereiten
Du kannst den Verlauf deiner Trockenmauern markieren, gut geeignet ist zum Beispiel eine Schnur oder ein Gartenschlauch. Ein geschwungener Verlauf sieht natürlicher aus als eckige Formen. Für eine gerade Mauer kannst du auch eine Schnur spannen, um den Verlauf der Mauer zu markieren. Damit die Mauer lange stabil bleibt, solltest du ein Fundament aus Sand oder feinem Kies einplanen. Umso höher die Mauer, umso dicker sollte die Fundamentschicht sein. Bei höheren Trockenmauern ( ab 50 cm) kannst du auch einen kleinen Graben (30- 50 cm tief) in der Breite deiner Steine ausheben und mit Sand oder feinem Kies füllen und verdichten, damit die Mauer stabil steht.
3. Material besorgen
Trockenmauern werden ohne Mörtel gebaut, denn nur dadurch entstehen Fugen und Hohlräume für Tiere und Pflanzen. Als Ausgangsmaterial können regionaltypische Steine verwendet, z.B. Kalkstein, Grauwacke,Sandstein, Feldsteine oder Zieglsteine. Am besten ist die Verwendung regionaler Steine, das spart den Transport und senkt meist auch die Kosten.
4. Mauern
Mit Ziegelsteinen lassen sich am einfachsten Trockenmauern bauen, denn Ziegelsteine lassen sich leicht stapeln. Grundsätzlich kommen beim Bau die größten Steine als stabiles Fundament nach unten. Setze die einzelnen Steinen gezielt mit Fugen auf das verdichtete Sandbett, so dass kein Stein mehr wackelt. Ab der zweiten Mauerreihe sollte zur Stabilität der Mauer zeitgleich der Einbau der Drainage als stabilisierendes Gegengewicht hinter der Mauer erfolgen. Es sollte keine Erde in die Mauer eingearbeitet werden. Durch die Verwendung unterschiedlich großer Drainagematerialien (Betonschutt, Dachziegel, große und kleine Steine) entstehen wiederum Hohlräume als Lebensraum für Mäuse, Hummeln, Eidechsen und Co. Für eine stabile Mauer sollten die Fugenregeln eingehalten werden: keine Kreuzfugen, keine durchgehenden Stoßfugen und möglichst Lagerfugenwechsel. Zur weiteren Stabilisierung der Trockenmauer sollte die Mauern eine senkrechte Neigung nach hinten von 10 bis 15 Grad haben. Jeder einzelne Stein sollte nicht wackeln, mit kleinen Bruchstücken aus Stein können wackelige Steine stabilisiert werden. Die Mauerkrone ist die letzte Steinschicht, hierfür eignen sich große Steine. Es können auch gezielt größere Hohlräume als Unterschlupf eingebaut werden. Du kannst Wildstauden oder heimische Gehölze pflanzen, vermeide Baumpflanzungen in der Nähe von Trockenmauern, denn die Baumwurzeln können die Stabilität der Mauer gefährden.
5. Verzahnung
Wildstauden, Sträucher und Säume im Umfeld lassen einen Lebensraum für unzählige Arten entstehen. Verknüpfe deine Trockenmauer mit anderen Biotop- Bausteinen, um eine besonders hohe Artenvielfalt zu ermöglichen.
Diese Biotop-Bausteine passen besonders gut dazu
Geeignete Pflanzen
Gelber Lauch
Allium flavum
Wiesen-Salbei
Salvia pratensis
Gewöhnlicher Flügelginster
Genista sagittalis
Feld-Steinquendel
Acinos arvensis
Feld-Mannstreu
Eryngium campestre
Berg-Sandglöckchen
Jasione montana
Scharfer Mauerpfeffer
Sedum acre
Klatschmohn
Papaver rhoeas
Pfirsichblättrige Glockenblume
Campanula persicifolia
Fetthenne- und Mauerpfefferarten
Sedum
Mauer-Zimbelkraut
Cymbalaria muralis
Echtes Leinkraut
Linaria vulgaris
Blutroter Storchschnabel
Geranium sanguineum
Skabiosen-Flockenblume
Centaurea scabiosa
Kartäuser-Nelke
Dianthus carthusianorum
Saat- Esparsette
Onobrychis viciifolia
Gelbes Sonnenröschen
Helianthemum nummularium
Gewöhnliche Wegwarte
Cichorium intybus
Arznei-Thymian
Thymus pulegioides
Sand-Thymian
Thymus serpyllum
Gewöhnliche Hauswurz
Sempervivum tectorum
Gewöhnlicher Wundklee
Anthyllis vulneraria
Berg-Lauch
Allium montanum
Weißer Mauerpfeffer
Sedum album
Bergsteinkraut
Alyssum montanum
Besenginster
Cystisus scoparius
Frühlings-Fingerkraut
Potentilla neumanniana
Stranddistel
Eryngium maritimum
Woll-Ziest
Stachys byzantina
Knäuel-Glockenblume
Campanula glomerata
Rundblättrige Glockenblume
Campanula rotundifolia
Gewöhnlicher Hornklee
Lotus corniculatus
Griechisches Blaukissen
Aubrieta deltoidea
Runder Lauch
Allium rotundum
Kugelköpfiger Lauch
Allium sphaerocephalon
Tripmadam
Sedum rupestre