Biotop-Baustein
Sandarium
<p>Ein Großteil der Wildbienen, nämlich drei Viertel aller in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten, nisten im Boden. Die meisten Arten bevorzugen dabei wenig oder nicht bewachsene Bodenstellen, in welche die Brutgänge gegraben werden. Viele Wildbienen bevorzugen sandige Böden, einige Arten besiedeln auch lehmige Böden. Mit der Anlage eines Sandariums kann ein wichtiger Beitrag zur Förderung von gefährdeten Wildbienenarten geleistet werden.</p>
Anleitung zum Selbstanlegen
1. 1. Suche einen Platz
In vielen Fällen sind schon geeignete Nistplätze von Wildbienen wie lückige Rasenstellen oder Fugen zwischen Wegeplatten vorhanden. Prüfe deshalb zuerst, ob schon Wildbienen bei dir nisten, denn der Erhalt von bereits genutzten Nistplätzen ist wichtiger als die Neuanlage.
Damit dein Sandarium von Wildbienen und anderen erdnistenden Insektenarten besiedelt wird, benötigst du einen sehr sonnigen Platz. Der Platz sollte möglichst von Morgen- und Mittagssonne beschienen werden. Umso größer der Platz für dein Sandarium ist, umso höher ist die Chance, dass sich Erdnister einfinden, denn große Sandflächen heizen sich schneller auf uns speichern die Wärme. Du kannst auch multifunktionale Sandarien anlegen, dafür können zum Beispiel Wege oder Plätze mit geeignetem Substrat angelegt werden.
2. 2. Loch ausheben
Nun kannst du in dem Bereich die vorhandene Erde entfernen. Grabe dazu mindestens 60 cm tief, umso tiefer, umso besser, denn manche Wildbienenarten nisten in einer Tiefe von 2 Metern. Mit dem Aushubmaterial können andere Biotop-Bausteine gebaut werden, lege zum Beispiel einen Blumenhügel an oder nutzte die lehmige Erde zum Bau einer Wasserstelle.
3. 3. geeignetes Material
Wichtig ist die Verwendung von ungewaschenem Sand, da die Bienen sonst keine Brutgänge graben können. Handelsüblicher Spielplatzsand ist ungeeignet, da die Brutgänge sonst zusammenfallen. Sie können den Sand auf Eignung prüfen, indem sie feuchten Sand mit der Hand oder in einem Sandkastenförmchen zusammendrücken. Hält die Form und fällt nicht auseinander, haben sie ein geeignetes Material gefunden. In Leipzig haben wir einen Anbieter mit passendem Substrat gefunden.
4. 4. Sand auffüllen
Fülle den Sand schichtweise in die Mulde und tritt oder walze ihn möglichst fest, denn umso dichter der Sand ist, umso besser halten die Brutgänge der Wildbienen. Zum Abschluss sollte ein erhöhter Sandhügel entstehen, so dass Regen leicht ablaufen und das Sandarium schnell abtrocknen kann. Im Laufe der Zeit wird sich der Sand durch Witterung weiter abstetzen und verfestigen.
5. 5. Pflege
Das Sandarium sollte möglichst von Vegetation freigehalten werden, damit sich der Boden schnell erwärmen kann und damit einer Besiedelung von Wildbienen nichts im Wege steht. Entferne deshalb im Winterhalbjahr durch Herauszupfen die Vegetation.
6. 6. Verzahnung
Da Wildbienen keine weiten Flugstrecken fliegen, sind Nahrungsquellen im direkten Umfeld wichtig, damit das Sandarium auch besiedelt wird. Du kannst dein Sandarium auch mit Steinen oder Holz abgrenzen, damit keine umliegenden Pflanzen einwachsen. Schaffste du Bereiche, welche bei Regen trocken bleiben, siedeln sich vielleicht Ameisenlöwen an. Große Steine im Umfeld speichern die Wärme und bieten Wildbienen, welche ihre Nester an Steinen bauen einen Nistplatz. Auch Spatzen nutzen Sandarien zum Baden und Zauneidechsen zur Eiablage.