Biotop-Baustein
Schnitthecke
<p>Gerade in Kleingärten und Hinterhöfen steht wenig Platz für freiwachsende Wildstrauchhecken zur Verfügung. Häufig werden deshalb Straucharten gepflanzt, welche schnittverträglich sind. Mit einer in Form geschnittenen Hecke werden allerdings auch die Triebspitzen entfernt.</p> <p> </p>
Anleitung zum Selbstanlegen
1. 1. Suche einen Platz aus
Umso mehr Platz du für eine Schnitthecke einplanst, umso größer ist die Chance, dass Vögel darin brüten und Igel überwintern werden. Die meisten Gehölze blühen an den Triebspitzen, so dass durch bei einer Schnitthecke keine Blüten und in der Folge auch keine Beeren und Samen ausgebildet werden. An Schnitthecken gibt es also meist für bestäubende Insekten und auch für Vögel, die den Winter in unseren Gärten und Hinterhöfen verbringen, nichts zu holen. Einige Vogelarten wie die Amsel, Bluthänfling oder Rotkehlchen nutzen jedoch dichte Schnitthecken ab einer Höhe von 1,40 m als Brutgehölz und bauen ihr Nest darin. Und auch der Haussperling lebt sein geselliges Sozialverhalten mit Vorliebe in den dicht verzweigten Strukturen von geschnittenen Hecken aus.
2. 2. Suche dir Sträucher aus
Eine mehrreihige Schnitthecke aus unterschiedlichen Gehölzarten bietet Lebensraum und Unterschlupf. Bei einem sonnigen Standort ist die Auswahl an Gehölzen größer als bei einem Standort im Schatten. Je nach Standort kannst du den Filter benutzen, um schnittverträgliche Sträucher zu finden. Wähle auch dornige Gehölze, denn das hält Feinde wie Katzen, Waschbär und Marder fern. Plane etwa 50 cm pro Strauch ein, damit die Sträucher sich erstmal frei entwickeln können.
3. 3. Pflanzung
Pflanze die Sträucher auf Lücke. Im Herbst bekommst du in den regionalen Baumschulen wurzelnackte Ware, damit vermeidest du Plastiktöpfe, die Sträucher sind günstiger als Topfware und sie wachsen viel besser an. Pflanze am besten immer im Herbst, das spart im Vergleich zur Pflanzung im Frühjahr das Gießen. Achte beim Pflanzen auf eine ausreichend großes und tiefes Pflanzloch. Kürze bei wurzelnackter Ware die Wurzel des Strauches um ein Drittel ein, das fördert das Anwachsen. Nach dem Einpflanzen und Festtreten sollte der Strauch einige Zentimeter tiefer zum umliegenden Boden stehen, damit hast du gleich eine Gießmulde geschaffen. Nach dem Angießen kannst du die Triebe um ein Drittel einkürzen.
4. 4. Pflege
Werden die Sträucher von Gras überwachsen, schneide sie in den ersten Jahren wieder frei. Durch das regelmäßige Schneiden verzweigen sich die Gehölze, schneide Totholz und abgestorbene Triebe im Inneren der Schnitthecke nicht heraus, denn das sind begehrte Brutplätze für Vögel.
5. 5. Verzahnung
Ein Saum an deiner Schnitthecke bietet Nahrung und Lebensraum. Du kannst auch Totholzhaufen, Steinhaufen und Kletterpflanzen einplanen. Durch Kombination mit anderen Biotop-Bausteinen im Umfeld der Schnitthecke wie Totholzhaufen und Benjeshecken wird ein geschützter Unterschlupf für Igel, Hummel und Kröte geschaffen.