Biotop-Baustein
Dachbegrünung
Dachbegrünungen schaffen zusätzlichen Lebensraum in dicht bebauten Gebieten und verbessern das Stadtklima. Sie speichern Regenwasser, kühlen die Umgebung und bieten Nahrung für Insekten. Gleichzeitig verbessern sie das Mikroklima, indem sie Regenwasser speichern, die Verdunstung erhöhen und Hitze reduzieren. Außerdem entlasten sie die Kanalisation, tragen zum natürlichen Wasserkreislauf bei und schützen die Dachhaut.
Biotop-ElementBauten
Unterstützte Tiergruppen


Anleitung zum Selbstanlegen
1. Gründach
Je nach Bepflanzung unterscheidet man intensive und extensive Gründächer.
Intensive Gründächer haben eine hohe Substratauflage (ab 18cm), in welche Sträucher, kleinere Bäumen und Stauden gepflanzt werden können. Ein sehr stabiles Dach mit hoher Traglast und geringer Neigung sind die Vorraussetzungen für eine intensives Gründach.
Bei einem extensiven Gründach ist die Substratauflage geringer (6-18 cm) und meist kommen robuste, trockenheitsresistente und pflegeleichte Pflanzen wie Sedumarten und niedrige Kräuter zum Einsatz. Sie bilden im Laufe der Zeit dichte Teppiche, die den Pflegeaufwand minimieren und die Biodiversität fördern.
Intensive Dachbegrünung gehört in Profihände. eine extensive Dachbegrünung kann auf kleineren Überdachungen auch selbst angelegt werden.
2. Vorraussetzungen prüfen
Zunächst muss die Tragfähigkeit des Dachs geprüft werden. Ein extensives Gründach wiegt je nach Aufbau etwa 60–150 kg/m² (gesättigt mit Wasser). Die Dachabdichtung muss wurzelfest oder entsprechend geschützt sein, und die Dachneigung sollte idealerweise zwischen 0° und 15° liegen.
3. Dach vorbereiten
Die Dachfläche gründlich reinigen und von Schmutz, spitzen Gegenständen und Bewuchs befreien. Anschlüsse, Abläufe und Abdichtungen sorgfältig kontrollieren.
4. Schutzschichten verlegen
Falls die vorhandene Abdichtung nicht wurzelfest ist, wird eine zusätzliche Wurzelschutzfolie verlegt. Sie verhindert das Eindringen von Pflanzenwurzeln in die Dachhaut. Ein Schutzvlies wird flächig ausgelegt. Es schützt die Abdichtung mechanisch und kann zusätzlich Wasser speichern.
5. Drainageschicht
Darauf folgt eine möglichst leichte Drainageschicht, zum Beispiel aus Kies, Blähton oder Dränplatten. Sie sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser abgeleitet wird und keine Staunässe entsteht. Optional, je nach Substrat, Drainageschicht, Dachneigung und Dachgröße kann ein Filtervlies über der Drainage ausgelegt werden, es verhindert, dass feine Substratbestandteile die Drainage verstopfen.
6. Substrat ausbringen
Nun wird Dachsubstrat gleichmäßig auf eine Höhe von 6–18 cm verteilt. Dachsubstrat ist eine Mischung aus mineralischen Komponenten wie Lava, Bims oder Blähton sowie Kompost. Es ist leicht, nährstoffarm und gut wasserdurchlässig.
7. Pflanzung
Nun können Sedumsprossen ausgebracht, Samen gesät oder Kräuter gepflanzt werden. Nutze vor allem heimische Arten, denn diese fördern die Biodiversität. Nach der Pflanzung gut angießen. In den ersten Wochen sollte das Dach regelmäßig feucht gehalten werden, bis die Pflanzen angewachsen sind.
8. Pflege
Ein extensives Gründach ist relativ pflegeleicht. Ein- bis zweimal jährlich sollten unerwünschte Pflanzen zum Beispiel angeflogene Baumsamen oder Gräser entfernt und die Abläufe kontrolliert werden.
9. Verzahnung
Zur Pflege können auch betretbare Bereiche mit Kies oder anderem Substrat gezielt eingeplant werden. Besonntes Totholz, kleine Wassermulden mit Teichfolie oder Trinkschlaen erhöhen die Biodiversität auf dem Gründach.
Passende Samenmischungen
Rieger-Hofmann Sedumsprossen Nr. 19
Schnelle und dauerhafte Begrünung von Dächern, Kies-, Schotter-, Sand- und Haldenflächen. Enorm trockenheitsverträglich und widerstandsfähig. Für mindestens 8cm Vegetationsschicht, 50-70 g/m², Anwalzen und Einwässern, erhältlich ab Mai in kg-Schritten
Rieger-Hofmann Nr.18 Dachbegrünung, Komponente 100%Blumen
Extensive, niederwüchsige Begrünung mit artenreichen, buntblühenden Arten, die diesen Extremstandort sehenswert begrünen. Die in der Mischung enthaltenen einjährige Arten dienen dem raschen Schluss der Vegetationsdecke. 2 g/m²
Geeignete Pflanzen (9)
Fetthenne- und Mauerpfefferarten
Sedum
Blütezeit: Juni bis August
Kartäuser-Nelke
Dianthus carthusianorum
Blütenfarbe: pink. Wuchshöhe: 15 - 40 cm. Standort: Sonne.
Steckbrief ansehen Blütezeit: Juni bis September
Arznei-Thymian
Thymus pulegioides
Blütenfarbe: rosa. Wuchshöhe: 5 - 20 cm. Standort: Sonne, Halbschatten.
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Milder Mauerpfeffer
Sedum sexangulare
Blütenfarbe: gelb. Wuchshöhe: 5 - 10 cm. Standort: Sonne.
Steckbrief ansehen Scharfer Mauerpfeffer
Sedum acre
Blütenfarbe: gelb. Wuchshöhe: 5 - 15 cm. Standort: Sonne.
Steckbrief ansehen Blütezeit: Juni bis Juli
Weißer Mauerpfeffer
Sedum album
Blütenfarbe: weiß. Wuchshöhe: 5 - 10 cm. Standort: Sonne.
Steckbrief ansehen Blütezeit: Juni bis August
Tripmadam
Sedum rupestre
Standort: Sonne, Halbschatten.
Steckbrief ansehen Blütezeit: Juni bis August
Sand-Thymian
Thymus serpyllum
Blütenfarbe: rosa. Wuchshöhe: 10 - 20 cm. Standort: Sonne.
Steckbrief ansehen Blütezeit: Juli bis September
Heide-Nelke
Dianthus deltoides
Blütenfarbe: pink. Wuchshöhe: 15 - 30 cm. Standort: Sonne.
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