Biotop-Baustein
Benjeshecke
<p>Benjeshecken sind lebendige Zäune. Sie können Komposthaufen einrahmen, unordentliche Materiallagerplätze kaschieren, Hochbeete einfassen oder einfach nur als Raumteiler und Sichtschutz fungieren. Beim Bau einer Benjeshecke wird je nach Breite, Länge und Höhe sehr viel Totholz benötigt.</p>
Anleitung zum Selbstanlegen
1. 1. Platz festlegen
Suche dir einen geeigenten Platz für deine Benjeshecke. Du kannst mit Benjeshecken Bereiche gliedern und abgrenzen und schaffst gleichzeitig einen Platz für regelmäßig anfallendes Schnittgut von Bäumen und Sträuchern. Je nach Länge deiner Benjeshecke kannst du den Verlauf mit einer Schnur markieren, geschwungene Benjeshecken wirken natürlicher als gerade Benjeshecken. Umso größer und breiter deine Benjeshecke ist, umso mehr Tier- und Pflanzenarten finden sich ein. Eine Benjeshecke sollte mindestens einen Meter breit und einen Meter hoch sein, damit Rotkehlchen, Igel und Kröte sich dort einfinden. Die Länge der Benjeshecke richtet sich in den meisten Fällen nach dem verfügbaren Material. Bedenke, dass das Material im Laufe der Zeit zusammenfällt und regelmäßig aufgefüllt werden sollte.
2. 2. Frostfreien Unterschlupf anlegen
Besonders nützlich ist es, gleichzeitig einen frostfreien und trockenen Ort als Überwinterungsquartier unter der Benjeshecke anzulegen. Dazu sollte ein möglichst großes und tiefes Loch gegraben werden. Ideal ist es, etwas Drainage (Sand, Kies, Schotter) am Boden einzufüllen, dadurch kann Regen- oder Tauwasser besser versickern und die Tiere im Winterquartier bleiben trocken. Fülle das ausgehobene Loch anschließend mit möglichst unterschiedlich großen Steinen, Wurzelstücke oder Ästen auf.
3. 3. Benjeshecke anlegen
Beim Bauen werden im Abstand von ca. 50 cm Holzpfeiler im Boden eingegraben oder angespitzt mit dem Hammer eingeschlagen, welche den Verlauf und die Länge des Totholzzaunes markieren. Die Höhe der Pfähle gibt die Höhe der Benjeshecke vor. Anschließend wird eine zweite Reihe Pfähle möglichst versetzt zur ersten Reihe eingebracht, welche die Breite der Benjeshecke vorgibt. Umso breiter der Totholzzaun, umso wertvoller, denn es werden sich mit zunehmender Breite mehr Tier- und Pflanzenarten einfinden. Anschließend wird der Raum zwischen den Pfeilern mit Stämmen, Wurzeln, Ästen und Zweigen aufgefüllt. Verwende möglichst heimisches Laubholz und Nadelholz eher sparsam.
4. 4. Pflege
Die Benjeshecke wird im Laufe der Zeit etwas zusammenfallen. Damit die Benjeshecke als Lebensraum genutzt wird, kann im Winterhalbjahr neues, anfallendes Material oben aufgelegt werden. Als Biotop-Baustein bietet die Benjeshecke zahlreichen Tierarten Unterschlupf, Brutplatz und Lebensraum. Heckenbraunelle, Amsel, Zaunkönig und Rotkehlchen finden dort einen Brutplatz, Hummelköniginnen gründen einen Staat in verlassenen Mäusebauten unter der Benjeshecke. Amphibien wie Molche, Kröten und Frösche nutzen den feuchten geschützten Platz als Tages- und Winterversteck. Igel nutzen Benjeshecken als Tagesversteck und Mauswiesel finden einen geschützten Platz für die Aufzucht der Jungtiere.
5. 5. Verzahnung
Ein Saum an deiner Benjeshecke bietet Nahrung und Lebensraum. Du kannst auch Beerensträucher, Steinhaufen und Kletterpflanzen einplanen. Durch Kombination mit anderen Biotop-Bausteinen im Umfeld der Benjeshecke werden wertvolle Lebensräume für Igel, Erdkröte und Zaunkönig geschaffen.